Hindernistechniken

  • Hallo !
    Habe auf www.welterleben.de folgende Infos für die Hindernistechniken "Gegenlaufen lassen" und "Ausheben" gefunden.
    Ich finde es toll erklärt, jedoch eine Frage hätte ich dazu.


    Erfolgt der beschriebene Gasstoß ("Gasgeben") über
    1) "Gas geben bei gezogener Kupplung und Kupplung loslassen" ?
    oder
    2) "ohne Kupplung mit lediglich Gas geben durch drehen des Gashebels"? (so hätte ich es gelesen)



    Gegenlaufen lassen
    https://www.youtube.com/watch?v=bmfVFPQ_ZBE

    Kann ein Reifen das Hindernis hoch rollen ohne das die Achse eine Bewegung nach hinten machen muss kann die Technik „Gegenlaufen" angewendet werden.

    1. Position
    Diese Fahrtechnik Gegenlaufen beginnt schon weit vor dem Hindernis. Zunächst rollt man mit langsamer Geschwindigkeit auf das Hindernis zu (1. Gang). Etwa bei einem Abstand der doppelten Hindernishöhe federt man aktiv ein und bringt seinen Körperschwerpunkt tief runter. Dies erreicht man indem man tief in die Knie geht.


    2. Position
    Wenn man mit dem Vorderrad etwa im Abstand der Hindernishöhe ist, müssen zwei Sachen gleichzeitig passieren. Zum einen muss man Gas geben und zum anderen muss man aus den Füßen nach vorne Springen. Damit verlagert man den Köperschwerpunkt weit nach vorne und nach oben auf das Hindernis.


    3. Position
    Durch das Gasgeben und das Springen nach vorne und nach oben beginnt das Vorderrad abzuheben.


    4. Position
    Das Gasgben und aus den Füßen Springen muss so erfolgen, dass man das Vorderrad mit diesem einen Gasstoß von unten gegen das Hindernis setzt.
    Das Vorderrad muss im unteren Ende des oberen Drittels gegen das Hindernis gesetzt werden. Im unteren Teil des oberen Drittels des Hindernisses heißt, man muss das Hindernis gedanklich in drei gleiche Teile teilen und dann das Vorderrad genau an den oberen Schnitt ansetzen. Angesetzt heißt hier berührt das Vorderrad das erste mal das Hindernis. Während man das Vorderrad gegen das Hindernis setzt, verlagert man das Gewicht weiter nach vorne, um die Vorderradfeder einzufedern. Dabei muss der Oberkörper weit nach vorne, Hüfte am Lenker, Schultern vor dem Lenker, Arme angewinkelt.
    Dabei bleibt das Gas immer noch offen.
    So verbleibt man bis Position 5.


    5. Position
    Jetzt erreicht das Hinterrad das Hindernis. (siehe Bild rechts)
    Jetzt schließt man das Gas und verlagert sein Körpergewicht so nach unten und hinten. Dies erreicht man durch ein Stecken der Arme ein heranziehen der Beine und indem man den Po weit nach hinten steckt.
    Durch diese Bewegung berührt das Vorderrad schnell wieder den Boden und das Hinterrad kann durch den Schwung auf das Hindernis springen. Dies geschieht fast „automatisch“, man muss nur der Bewegung des Motorrades Platz geben.


    Diese 5 Schritte müssen in einen Bewegungsablauf übergehen, der Bewegungsablauf darf also nicht unterbrochen werden.


    Wird ein Hindernis nicht geschafft, liegt es meistens an der unzureichenden Körperarbeit. Dann sollte man diese extremer gestalten, also tiefer einfedern höher abspringen und Arme danach weiter strecken.



    Bei sehr kleinen Hindernissen (Hindernishöhe unter 60 cm) ist das Ansetzen des Vorderrades von unten fast nicht möglich. Oft wird dann diese Technik so abgewandelt, dass man mit einem ersten Gasstoß das Vorderrad an das Hindernis setzt und dann mit dem zweiten Gasstoß das Hinderrad über das Hindernis bekommt. Diese zwei Gasstöße müssen sehr knapp hintereinander ausgeführt werden, was den Anfänger am Anfang oft überfordert. Daher bin ich der Meinung, dass man zunächst nur die Eingasstoßtechnik übt wie hier beschrieben. Wenn man es nicht schafft das Vorderrad anzusetzen soll man lieber das Vorderrad über das Hindernis heben und genug Gas geben oder nur das Ansetzen des Vorderrades üben.





    Ausheben
    https://www.youtube.com/watch?v=fEQGOpJPo0M


    Diese Technik muss man anwenden, wenn das Hindernis hohl ist und die Anfahrt keine Absprungkanten hat. Beispiele für solche Hindernisse sind z.B. ein größerer liegender Baumstamm, eine Kabeltrommel oder ein Rohr.


























    Bei dieser Technik setzt man das Vorderrad deutlich tiefer an. Auch muss das Vorderrad von oben gegen das Hindernis angesetzt werden. Man muss also das Vorderrad erst höher heben, wie man es ansetzen will und dann wieder fallen lassen. Dabei muss man jedoch darauf achten, dass man möglichst langsam bleibt. Im Gegensatz zur vorherigen Technik soll hier die Vorwärtsbewegung des Motorrades kurz unterbrochen werden, damit das Motorrad ein und ausfedern kann. Diese Unterbrechung findet genau nach dem Ansetzen des Vorderrades statt. Da das Motorrad und auch der Körper von oben kommen, kann man mit dem Körpergewicht das ganze Motorrad einfedern. Dies geschieht durch ein in das Hindernis pressen des gesamten Motorrades mit den Armen und den Beinen. Dabei bewegt sich der Körper weiter nach vorne. Bei der nachfolgenden Ausfederbewegung muss man weit nach vorne Abspringen, wie ein Skiflieger welcher über den Lenker will, ähnlich dem Hinterrad anheben. Dadurch verlässt das Hinterrad den Boden und setzt im Idealfall erst auf dem Hindernis wieder auf. Durch einen starken Gasstoß während des Ausfederns und einer schnellen Bewegung nach vorne erzeugt man noch den nötigen Vortrieb, damit das Hinterrad nicht nur auf der Stelle abhebt sondern auch auf das Hindernis kommt. Dabei ist es für den Erfolg der Technik sehr wichtig, das alle Federelemente vorne und hinten während des Einfederns auch richtig vorgespannt werden. Um den Stillstand des Motorrades zu verlängern und damit mehr Zeit zum ein und ausfedern zu haben, ist es unter Umständen sinnvoll kurz die Kupplung und die Bremse zu ziehen. Das ist aber zum verbessern der Technik sinnvoll, zum erlernen lässt man die Finger besser komplett am Lenker. Würde man an einer Kabeltrommel nicht das Hinterrad an die obere Kante heben, würde sich der Unterbodenschutz und der Hinterreifen unter der Kante einklemmen und man kommt das Hindernis nicht hoch.




    Würde mich über Antworten freuen...
    d.h.
    1) Gasstoß über die Kupplung
    oder
    2) ohne Kupplung und nur durch Gas geben über Gasgriff ?


    LG
    Don Enduristi

  • ... schau dir die Videos an " Trial Fahrtechnik Bewegungsablauf Studien (Zeitlupen Videos) "
    ... vom 22 . November 2016 von RT 125 die sind sehr gut gemacht ...
    ... ich bin leider zu blöd Dich dahin zuführen ... vielleicht kriegen wir ja noch Hilfe :-) ...

  • Es gibt beide Varianten. Zum Einen mit zwei Gasstößen ohne Kupplung und zum Anderen mit Einsatz der Kupplung, wenn das Ganze noch 'brutaler' sein muss, weil das Hindernis höher ist.
    Aus eigener Erfahrung gebe ich Dir den Tipp, erstmal ohne Kupplung anzufangen. Es braucht auch so ein wenig Zeit, bis der Bewegungsablauf sitzt.


    Wie weiter oben schin gesagt, empfehle auch ich die Videos vom Axel.


    Hier der Link zu seinem Youtube-Kanal:


    https://www.youtube.com/c/AJKTrialSport/videos


    Fred