• Es ist mal wieder Zeit für eine "Baustory"!

    Vorweg: Hans Reiter "hat Schuld"! Er hat mir vor einiger Zeit Bilder vom Entstehen einer neuen Maschine geschickt und mich elektrisiert. Hat er doch den 350er Zweizylinder als Mittelpunkt gewählt und damit was Einmaliges auf die Räder gestellt. Später durfte ich die Maschine einige Male als "Werksfahrer" einsetzen. Hans hat derweil weiterentwickelt! Für mich war das meist auch gut fahrbar, so konnte ich teilhaben.

    Nach Ende des "Werkskontraktes" (und auch schon vorher) bekam ich die Jawa zum Kauf angeboten. Kommt für mich nicht in Frage, habe ich ihm gesagt, so etwas muss ich selbst bauen!

    So will ich beginnen. Inzwischen habe ich meine Version der Idee einsatzbereit. So sah sie vor ca. 1 Monat aus, es gab schon Änderungen und es kommen auch noch Welche.

    Gruß Thomas

  • Ich habe damals von Hans einige alte Brocken aus seinen CZ-Derivaten bekommen und er hat mir einen Motor zusammengestellt. Für den habe ich eine überholte Kurbelwelle geliefert und er frisch gebohrte Zylinder samt neuer Kolben, den Rest hatte er "rumliegen".

    Das war meine erste Tat für das Projekt

    Das Rohmaterial

    und das Resultat

    die Felgen stammen von IFA und machen einen recht guten Eindruck, ließen sich auch gut verspannen.

    Bereit für die kommende Aufgabe

    Genug für heute!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Danke! Ist natürlich auch Selbstzweck, man möchte sein Werk ja auch gern ansehen. ;)

    Nun aber weiter, wie fängt man so etwas an?

    Erst mal kucken, was so da ist:

    dann ein wenig Meinungsbildung

    oder der hier? (Victoria Avanti)

    Zu der Zeit hatte ich noch keine Vorstellung, wo die Reise hingeht.

    Viele Grüße
    Thomas

  • Erst mal was Sinnvolles tun:

    Aufgabe: Platz für den Vierzöller schaffen, der Jawa Rahmen ist ja für 16 Zoll Räder konzipiert.

    Dann war da noch eine verorgelte Dichtfläche, die mich geärgert hat.

    Anschließend habe ich das "Nest" für den Vergaser entfernt, um mehr Platz für eine engere Umgebung zu schaffen. Lässt die Zylinder auch länger erscheinen.

    Dann war erst einmal Pause, weil ich noch keinen Plan für den Rahmen hatte.

    Viele Grüße
    Thomas

  • Hier hatte ich noch eine CZ Gabel favorisiert.

    Ich konnte mich aber mit den knapp 130mm Federweg nicht anfreunden. So kam diese Kombination in den Fokus. Mit 180mm eher zu viel, aber ich mag das! Es soll ja auch Spaß machen!

    Damit ist ein neues Problem entstanden: CZ Nabe an MZ Gabel anpassen.

    Fräsen für Anfänger.

    Hier in der neuen Position.

    Problem gelöst, später wird das optisch gerichtet.

    Viele Grüße
    Thomas

  • So kommt Eines zum Anderen: wie die Gabel im Rahmen lagern? Der Schaft zwischen den Brücken ist 1 Zoll mit 24tpi Gewinde und der Rahmen kann 48mm Lager aufnehmen. Natürlich passen die Rillen der Jawa Schalen nicht zu den Schalen der Brücken. :( Alle Normlager enden mit 47mm, dann geht es mit 52mm weiter. Grübel, grübel, Schubladen durchsucht, alte TLR200 Lager gefunden: juhu, 48mm! Die Rillen passen aber auch nicht! Aber Lösung naht: die Japaner denken auch in 48mm!

    KeRoLa-Satz für viele Yamaha's gekauft, sogar mit Dichtsatz, aus einem Messing-Rest eine Distanz gedreht, fertig!

    Hier im Rahmen. Später sind noch passende O-Ringe gekommen, um die Abdichtung zu optimieren.

    Nun eine wichtige Prüfung: Freigang für das Vorderrad in allen Situationen.

    Hier ist doch recht wenig Platz für einen Kotflügel, später sind mehr als 10mm dazu gekommen. Die obere Brücke könnte ich tiefer positionieren.

    Hier noch einmal ausgefedert.

    Geht so!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Nun eine der größten Herausforderungen für mich: wie den Rahmen ändern und ihn gerade fügen?

    Erst einmal wegmachen, was nicht geht. Eine rudimentäre Konstruktion dient der Maßhaltigkeit.

    Nun mit den abgeschnittenen Teilen die Schleife wieder passend gefügt. Dabei ist der Lenkwinkel angepasst worden. Lenkkopf und Unterrohr sind unverändert geblieben .

    Nun Motor einsetzen und Halteplatten anfertigen. Unten in der Ablage liegen schon die Teile für den Hilfsrahmen.

    Hier noch einmal die Platten.

    Da fehlt noch Einiges, aber es geht voran!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Wie geht es weiter? Ein bei "Kleinanzeigen" erworbener Hercules KX1 Heckrahmen lieferte die Idee, einen schraubbaren Heckrahmen anzufertigen. So kam es dann.

    Erst einmal was für die Augen arrangieren.

    Für die Verbindung zum Hauptrahmen ein paar Drehteile.

    So könnte es passen.......

    Noch mal aus anderer Perspektive.

    Nun Federbeinaufnahmen anfertigen.

    Geht so!

    Wieder Gedanken auch zum Tank, wohl das wichtigste Thema!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Hier noch ein paar Varianten.

    Kreidler

    Avanti

    Bsa

    Hier, endlich das erste Mal auf Rädern. Der Kreidler Tank gefiel mir da am besten.

    Schönere Perspektive.

    Hier ist der originale Unterzug noch am Rahmen, er muss noch komplett weichen! Das Ganze sieht ja schon recht fertig aus, tatsächlich ist nur ein Bruchteil der noch anstehenden Aufgaben gelöst!

    So, Weihnachten!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Moin und schöne Weihnachten an Alle!

    Ja, die Drehmaschine mag nie mehr missen, die Fräsmaschine lerne ich gerade zu schätzen. Das Einrichten und fixieren der Werkstücke ist dann aber eine Welt für sich. Da ist Vorrichtungsbau gefragt, dafür oft auch die Drehmaschine! ;)

    Viele Grüße
    Thomas

  • Gerade ist Zeit für ein nächstes Kapitel.

    Beim ersten Schaukeln des rolling Chassis ist sofort die straffe Dämpfung der MZ Stoßdämpfer aufgefallen! Das geht so natürlich nicht. Ich habe sie gewählt, weil sie aus dem Osten kommen und weil man sie öffnen kann. Zudem bieten sie einen Hub von 115mm!

    Los geht's, Stoßdämpfer ändern:

    Mit einem dafür gefertigten "Spezialschlüssel" alles zerlegt.

    Einige Versuche später war klar, wie es werden soll: nur die Feder links muss deutlich weicher sein, damit wird die Zugstufe (rebound) soft, das soll sie auch. Die Druckstufe (compression) ist gut und kann so bleiben.

    Ich habe was Passendes aus meinem "Federeimer" gesucht und abgelängt, das Ganze mit dem originalen Öl wieder montiert und die Dämpfung für gut befunden. Die alte Bauform des Zweirohrdämpfers muss mit dem Rohr nach unten eingebaut werden. Die Federn mit 6,3mm Drahtstärke schienen mir geeignet.

    Viele Grüße
    Thomas

    Edited once, last by Hontic (December 26, 2025 at 1:37 PM).

  • Weiter geht es unter/hinter dem Motor, das originale Unterrohr mit Ständeraufnahme und Fußrastenarmen habe ich abgeschnitten.

    Es entstand eine Basis aus einem Stück Winkelstahl, auf die eine Aluplatte mündet. Dort wird später auch eine Konsole für Rasten und Bremse angebracht.

    Hier der Anfang.

    Dann die Konsole für die Rasten. Hier steckt der Teufel im Detail: es sind sehr viele Dinge zu beachten, hier entsteht eine wesentliche Funktion! Abstand und Position der Rasten ist das Eine, dann muss der Bremshebel samt Funktion untergebracht werden und die Sekundärkette muß Raum für alle Situationen haben. Auch muß der Kickstarter eingeplant werden und nichts darf unter die Bodenplatte überstehen!

    Hier das demontierbare Teil mit Rasten.

    Rasten in Position am Rahmen montiert.

    Hier mit fertiger Bodenplatte.

    Damit ist die Rahmenschleife geschlossen und hinreichend stabil.

    Viele Grüße
    Thomas

  • Ein Bild, das "viel Arbeit" verursacht hat. Den Kettenblatt-Rohling (48 Zähne) herzurichten ist schon mal eine Aufgabe. Früh hatte ich entschieden, die CZ Nabe mit der "Schnellwechsel-Vorrichtung" zu übernehmen. Das habe ich an der BSA zu schätzen gelernt. Der Kettenradträger hatte das Kettenrad aufgenietet, ich habe M7 Gewinde geschnitten um das neue Kettenrad zu montieren. So war es räumlich gerade noch gut zu lösen. Die serienmäßigen Kettenspanner sind im Gelände vielleicht nicht ganz so schlau, ließen sich aber gut mit der Federbeinaufnahme kombinieren.

    Hier noch ein "Tank-Bild"

    Der ist es auch nicht geworden!

    Nächstes "Tank-Bild".

    Da habe ich die Dellen nicht herausbekommen und keinen Frieden gefunden. Die Form aber sagte mir zu!

    Viele Grüße
    Thomas

  • Weiter geht's:

    Kotflügelhalter müssen her, ein paar Längen 12x1mm Rohr und zwei Edelstahlschellen aus dem Rohrleitungsbau müssen herhalten.

    Schweißtechnisch nicht recht gelungen, aber funktionell. Eng anliegend, weil wenig Raum.

    Innen schön schlanke Schrauben, damit es flutscht. Hat in der Praxis auch schon einen Schlammtag gut gemeistert!

    Viele Grüße
    Thomas

    Edited once, last by Hontic (December 26, 2025 at 1:42 PM).

  • Nächstes Thema:

    ein wenig "überkandidelt", aber es musste unbedingt anders werden, als an bekannten Jawa/CZ Derivaten. Zudem wollte ich im Bowdenzug nur einen 90° Bogen akzeptieren.

    Der Kupplungshebel. Die vorhandene Konsole als Basis.

    Hier schon drehbar und mit Betätigung über integrierte Kugel.

    Nächster Schritt. Zugrichtung nach vorn.

    So liegt dann der Zug. Ein Kettenspanner ist dabei auch entstanden. Die Position war schon mit der Konstruktion der Rastenanlage klar/vorgegeben. Das kleine 10er Ritzel ist später einem 12er gewichen

    Die Feder für den Spanner fehlt hier noch.

    Viele Grüße
    Thomas