Moin,
die Veranstaltung ist jetzt zwar schon ein paar Tage her - aber trotzdem hier ein Rückblick.
Trial 4 Jours de la Creuse
08./ 09.07.25
Anreise. Eigentlich wollte ich erst nach dem Abendessen starten. Da das Packen allerdings flott voran ging bin ich schon nach dem Mittagessen losgefahren. Und kam bis zur Weserbrücke an der A1. Der Stau hat mir eine knappe Stunde Verzögerung eingebracht. Danach gab es nur noch vereinzelt stockenden Verkehr und eine blöde Umleitung der gesperrten B51 bei Prüm. Die führte gar durch eine 30er Zone mit Blitzer. Ich warte jetzt auf ungute Post…. In Luxembourg günstig tanken und hinter Nancy habe ich genächtigt. Auf dem Wohnmobilbereich des Rastplatzes war allerdings viel Bewegung und ich wurde mehrfach wach. Morgens fragte mich ein Ehepaar aus GB ob mir etwas aufgefallen wäre. Ihnen wurde nachts eine Handtasche und ein Portemonnaie aus dem Wohnmobil gestohlen, das Geld heraus genommen und die Überbleibsel vors Fahrzeug gelegt. Ich hatte aber nichts bemerkt. Vor der Weiterfahrt kontrollierte ich die Sicherung meiner Mopeds, eines Fahrrades und einer Oset. Bei der Oset waren die Gurte durchtrennt und es sah aus als hätte sie jemand abladen wollen. Zum Glück hatte ich alle Fahrzeuge an den Anhänger gekettet und diesen mit einem Schloss am Fahrzeug gesichert. Die Weiterfahrt über französische Autobahnen und Bundesstraßen lief wie gewohnt sehr locker. Ich finde Tempolimits super! Alle fahren ganz entspannt ein ähnliches Tempo.
10.07.25
Nach der langen Anreise und Einrichtung im Fahrerlager stand die Papier- und Fahrzeugabnahme an. Dank des hohen Personaleinsatzes von Seiten des Veranstalters war das aber nach kurzer Zeit erledigt. Anschließend haben wir uns die Sektionsmöglichkeiten im Ort angeschaut und sind dann ein wenig trainieren gefahren um uns mit dem Griff der reichlich vorhandenen, riesigen Steine und Felsen vertraut zu machen.
Wer wird denn so am Start sein?
Franzosen, Briten, Belgier, Spanier, Deutsche… Moderne Mopeds, Lumos und Twinshocker – das komplette Programm. Äh – nicht ganz: Eine Pre 65 habe ich dieses Jahr nicht gesehen. Aber das will bei 350 Startern nichts heißen.
11.07.25
Erster Tag. Nervös? Nicht wirklich. Eher voller Vorfreude. Das Wetter ist super: Sonnig bei knapp unter 30°. Es soll 2 Runden mit je 15 Sektionen geben. Der Rundkurs besteht heute aus ganz viel Waldautobahnen und einspurigen Wegen in den Büschen. Ich frage mich wie jedes Jahr: Warum kennt jemand solche Wege? Schmuggelt derjenige irgendetwas? Oder ist der ganze Tage mit dem MTB oder einer Enduro unterwegs? Von den Wegen habe ich keinen Film gemacht aber ein paar Bilder geschossen:
An den Stellen wo es durch den brusthohen Farn oder zugewachsenen Grasflächen geht wurde der Rundkurs sogar gemäht. Oft kilometerlang. Was für ein irrer Aufwand!
Am Ende des Tages haben wir (laut meinen Aufzeichnungen mittels Komoot) 86,6 km in 08:33 Std zurückgelegt. Mit für mich erstaunlichen 1910 Höhenmetern.
Die Sektionen: 2 gibt es im Ort, 13 im Umland. Die eine Stadtsektion ist direkt vor der Kirche. Auf der anderen Straßenseite hat eine Gaststätte eine größere Restauration aufgebaut welche bereits am ersten Tag intensiv genutzt wird. Die zweite befindet sich auf dem Schulhof an der Händlermeile und den vereinseigenen Verpflegungsständen. Auch hier reichlich Zuschauer.
Ehrlich gesagt könnte ich auf mindestens eine der beiden verzichten. Ich finde die Sektionen in den Wäldern mit den großen Steinen viiieeel besser.
12.07.2025
Wie jeden Morgen: Aufstehen und erst einmal Nudeln kochen um viele Kohlenhydrate in den Körper zu pumpen denn wir sind wieder 08:00 Std unterwegs. Ich fühle mich schlapp und kaputt. Die Hände und Füße schmerzen. Das gibt sich erst im Verlauf der ersten Runde. Liegt vielleicht auch daran das der Anteil an Waldwegen und Straßen heute etwas höher ist und man auch mal im Sitzen fahren kann. Wir starten Richtung Süden nach Thauron an den hübschen Fluss.
Da wo es geht fahren mein Junior und ich auf den Wegen nebeneinander denn es staubt wie Teufel. Ich merke das sogar beim Atmen und meine Augen brennen. Der Fluss führt wie auch all die Teiche an der Strecke kaum Wasser. Auch sonst ist es erschreckend trocken.
Und die Sektionen? Voll geil 😊
Am Ende des Tages haben wir 96,2 km mit 2020 Höhenmeter geschafft.
13.07.25
Heute geht´s mir besser. Der Körper scheint sich an die Strapazen zu gewöhnen. Die Sektionen sind wie jeden Tag spitze. Meist rundliche Steine und Felsen garniert mit Kehren, Wurzeln und Stufen auf losem Untergrund.
Wir dürfen heute 94,7 km mit 2150 Höhenmetern in 08:08 Std. abspulen.
Abends gibt es im Dunkeln noch eine späte Reparatur am Vorderrad eines Spaniers. Er hatte sich einige Speichen abgerissen. Rainer und Benny hatten zum Glück Ersatz dabei.
14.07.25
Am letzten Tag wird nur eine Runde gefahren. Die heutige Zwischenstrecke fand ich am schönsten. Ganz viele Wege durch die Büsche und kleinste Waldwege. Es musste sehr viel im Stehen gefahren werden. Das hält ganz schön auf die Stiefelsohlen 😉.
Wir hatten eine recht lange Fahrzeit für die wenigen Kilometern. Komoot erfasst alle Bewegung und somit auch die Sektionsbegehungen. Trotzdem waren wir mit einen Schnitt von 24km/h unterwegs. Auf der Zwischenstrecke war die Geschwindigkeit entsprechend – äh - anspruchsvoll.
Vor der 8. Sektion hat mich eine Wespe erwischt. Als Allergiker hatte ich zum Glück meine Notfall Medikamente dabei und alles eingeworfen was geht. Die Fahrerei ging trotzdem voll in die Hose. Ich habe in Sektion 8 gleich mal einen Salto übern Lenker gemacht. Mein Moped war zwischen Steinen eingeklemmt und musste von Junior und weiteren Helfern geborgen werden. Auch anschließend fühlte ich mich wie nach 5 Bier und einer 1/2 Flasche Jägermeister. Ich habe dann tatsächlich ans Aufgeben gedacht.... aber nur kurz.
Die 54,8 km mit 890 Höhenmetern habe ich in 4:42 Std doch noch hinter mich bringen können.
Der Sektionsschwierigkeit in meiner Spur TR3 war nicht besonders hoch. Sie entspricht so in etwa der deutschen Spur in grün wenn sie leicht ist. Mit ein paar Ausreißern nach oben um Unterschiede in den Punkten für die guten Fahrer herbeizuführen. Einige der Sektionen für TR 2 hätte ich auch gern probiert. Bei anderen hätte ich mir aber definitiv die Ohren abfahren.
Arbeiten am Moped und Defekte
An unseren Beta`s war nicht viel zu tun. Bei jedem Tanken Kette sprühen und abends den Luftfilter wechseln. Bei Junior machte am zweiten Tag der mittlerweile 6 Jahre alte Kettensatz Geräusche so dass wir zu Feierabend einen neuen montiert haben. Beim Öffnen der Kette fielen die Rollen des halben Kettengliedes auseinander. Da wurde die MWSt also auch mit aufgebraucht. Warum eher wechseln? 😉
Erstaunlich fand ich wieviel Aufwand GasGas und TRS Fahrer treiben mussten. Ich habe ja längst nicht alles gesehen aber rund um uns umzu wurden ständig Rahmenhecks demontiert um die verschmutzten Vergaser zu reinigen…. Neue Sherco`s standen in unsere Ecke keine.
Montesa und Beta Fahrer schraubten wohl am wenigsten.
Rückreise
Nach dem Einpacken aller Utensilien habe ich mich auf den Heimweg gemacht. Ich weis nicht ob es an den Medikamenten lag oder sonst etwas aber ich wurde nicht müde beim Fahren. Um 01:30 Uhr habe ich mir eine Pause verordnet und bis kurz vor 06 auf einem Supermarktparkplatz geschlafen. An dem Ort war ich mir recht sicher war das kein Dieb in der Nähe ist. Bis auf einen Stau an der A1 Weserbrücke verlief die restliche Fahrt ohne Probleme und gegen 12:00 Uhr war ich wieder daheim.
Fazit
Tolle Veranstaltung! Der „Athlétique Trial Club Saint Christophe“ treibt einen irrem Aufwand um die vielen Starter zufrieden zu stellen bzw. einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Alleine im Start- und Zielbereich waren die meiste Zeit bis zu 6 Personen mit der Ausgabe/ Rücknahme der elektronischen Rundenkarten beschäftigt. Dazu noch 2 Personen die den Startern ansagen in welche Richtung des Rundkurses sie zu fahren haben bzw. kontrollieren ob alle Fahrer zurückgekehrt sind.
Wie lange dauert es 60 Sektionen zu stecken? Ich benötige für eine Sektion 1,5 – 2 Stunden. Hochgerechnet wären ca. 90 Stunden plus die ggf. nötige Anfahrt in die Wildnis.
Und dann noch über 4 Tage 15 Sektionen mit mindestens 3 Personen besetzen. Wobei viele Punktrichter alle 4 Tage tätig waren. Und für 4 Tage einen mindestens 40km langen Rundkurs ausschildern und hinterher abbauen. Ich kann nicht hochrechnen wieviel Stunden Arbeit das kostet.
RESPEKT für das Engagement dieses Vereins!
2026? Ich möchte wieder dabei sein!